Gooning
Gooning bezeichnet ausgedehnte Masturbations-Sessions, oft über Stunden, bei denen die Erregung durch wiederholtes Hinauszögern des Orgasmus bewusst auf einem sehr hohen Level gehalten wird, bis ein tranceartiger Zustand entsteht.
Gooning ist eine Form der Selbstbefriedigung, bei der es nicht um einen schnellen Höhepunkt geht, sondern um einen möglichst langen Zustand intensiver Erregung. Wer „goont“, masturbiert oft über eine oder mehrere Stunden, hält sich immer wieder kurz vor dem Orgasmus an und steigert sich dabei in eine Art Rausch hinein. Viele beschreiben diesen Zustand als tranceartig: Der Kopf wird leer, Zeitgefühl und Alltagsgedanken treten in den Hintergrund, übrig bleibt fast nur noch Lust. Gooning gehört damit zur Autoerotik und ist eng mit dem Edging verwandt, geht aber in Dauer und Intensität meist deutlich darüber hinaus.
Bedeutung und Herkunft
Der Begriff stammt aus englischsprachigen Online-Communitys und hat sich etwa ab den 2010er-Jahren in Foren, auf Reddit und später auf Discord und Social Media verbreitet. „Goon“ steht im Englischen umgangssprachlich für jemanden, der etwas einfältig oder benebelt wirkt. Genau dieses „weggetretene“ Gefühl meint die Szene, wenn sie vom „Goon-State“ spricht: ein Zustand, in dem man so in der Erregung versinkt, dass man kaum noch klar denken mag. Wer regelmäßig goont, nennt sich oft „Gooner“, was mit den Fans des Londoner Fußballclubs Arsenal übrigens nichts zu tun hat.
In den letzten Jahren ist rund um Gooning eine eigene Subkultur entstanden. Dazu gehören spezielle Clip-Zusammenschnitte, sogenannte „Goon Caves“ (eigens eingerichtete Ecken mit mehreren Bildschirmen) und gemeinsame Online-Sessions, bei denen sich Menschen per Chat oder Video gegenseitig anfeuern. Manche verbinden das Ganze mit einer Anleitung zum Wichsen, mit Dirty Talk oder mit Elementen der Erotischen Hypnose. Für einige ist Gooning schlicht eine Spielart, für andere hat es Züge eines Fetisch.
Praxis: Worauf es ankommt
Im Kern ist Gooning simpel: Du stimulierst dich, bis du kurz vor dem Point of no Return bist, machst eine Pause oder verlangsamst, und baust die Erregung dann wieder auf. Das wiederholst du so lange, wie es sich gut anfühlt. Ob am Ende ein Orgasmus steht oder nicht, entscheidest du selbst. Damit die Session angenehm bleibt, helfen ein paar praktische Dinge:
- Nimm reichlich Gleitflüssigkeit, denn lange Reibung reizt Haut und Schleimhäute schnell.
- Trink zwischendurch Wasser und sorge für eine bequeme Position, damit Rücken und Handgelenke nicht leiden.
- Leg dir vorher einen groben Zeitrahmen fest, damit Schlaf, Termine und Verpflichtungen nicht unter die Räder kommen.
- Gönn dir danach eine kleine Aftercare für dich selbst: duschen, etwas essen, kurz runterkommen.
Wenn du Gooning gemeinsam mit anderen erlebst, etwa per Video-Chat, gilt wie überall: Konsens ist Pflicht. Klärt vorher, was geteilt wird, ob aufgezeichnet werden darf und wo die Grenzen liegen. Teile niemals Bilder oder Videos anderer ohne deren ausdrückliche Zustimmung.
Missverständnisse und ein ehrlicher Blick
Ein häufiges Missverständnis lautet, Gooning sei automatisch Sucht. Das stimmt so nicht: Ausgiebige Selbstbefriedigung ist erst mal eine völlig legitime Art, den eigenen Körper zu genießen. Gleichzeitig wäre es unehrlich, die Schattenseiten zu verschweigen. Weil Gooning oft mit sehr viel Pornokonsum einhergeht und gezielt auf Kontrollverlust ausgelegt ist, kann es bei manchen in ein zwanghaftes Muster kippen.
Warnsignale sind etwa, wenn Sessions immer länger werden als geplant, wenn Schlaf, Arbeit oder Beziehungen leiden oder wenn Sex mit anderen Menschen sich im Vergleich fade anfühlt. Dann lohnt es sich, ehrlich hinzuschauen, Pausen einzulegen und bei Bedarf mit einer sexualtherapeutischen Beratungsstelle zu sprechen. Das ist keine Schande, sondern Selbstfürsorge. Und noch ein Punkt: Inhalte, die du konsumierst, sollten immer legal sein und ausschließlich volljährige, einverstandene Personen zeigen.