Gokkun
Gokkun bezeichnet das bewusste Schlucken von Sperma, oft von mehreren Partnern, das zuvor gesammelt wurde. Der Begriff stammt aus der japanischen Erwachsenenfilm-Szene und beschreibt eine eigene Spielart mit Fetisch-Charakter.
Gokkun ist ein japanischer Begriff für das bewusste, oft inszenierte Schlucken von Sperma. Im engeren Sinn meint er eine Praxis, bei der das Ejakulat eines oder meist mehrerer Männer gesammelt wird, zum Beispiel in einem Glas oder einer Schale, und anschließend von einer Person getrunken wird. Bekannt wurde Gokkun vor allem durch japanische Erwachsenenfilme, inzwischen taucht das Wort aber auch in der westlichen Pornografie und in Kontaktanzeigen auf. Für manche ist es ein klarer Fetisch, für andere eine gelegentliche Fantasie, und für viele schlicht ein Tabu. Alle drei Haltungen sind völlig legitim.
Bedeutung und Herkunft
Das Wort „gokkun“ ist im Japanischen eigentlich eine Lautmalerei: Es imitiert das Geräusch beim Herunterschlucken, ähnlich wie im Deutschen „gluck“ oder „schluck“. Im Alltag sagt man es etwa zu Kindern, wenn sie ihre Medizin nehmen sollen. Die Erotikbranche hat das harmlose Wort übernommen und daraus ein eigenes Genre gemacht. Gokkun ist dabei eng verwandt mit Bukkake, bei dem mehrere Männer auf eine Person ejakulieren. Während es bei Bukkake um das Bespritzen geht, steht bei Gokkun das Aufnehmen und Schlucken im Mittelpunkt.
Wichtig ist die Abgrenzung zu verwandten Begriffen: Französisch mit Aufnahme beschreibt Oralverkehr, bei dem der Samen im Mund aufgenommen wird, meist von einem einzigen Partner. Beim Cumswapping wird Sperma zwischen zwei Menschen per Kuss weitergegeben. Gokkun meint dagegen eher das gezielte Sammeln und Trinken, häufig mit einem deutlichen Element der Inszenierung, der Hingabe oder der Demütigung, je nachdem, wie die Beteiligten ihr Spiel definieren.
Worauf es in der Praxis ankommt
Was im Film mühelos aussieht, ist im echten Leben vor allem eine Frage von Vertrauen und klaren Absprachen. Ohne echten Konsens aller Beteiligten geht hier gar nichts, und zwar nicht nur einmal am Anfang, sondern laufend. Wer schlucken soll, entscheidet allein, ob, wie viel und von wem. Ein Rückzieher ist jederzeit erlaubt, auch mitten in der Situation. Ein vereinbartes Zeichen hilft, wenn der Mund gerade beschäftigt ist.
- Sprecht vorher offen über Wünsche, Grenzen und die Anzahl der Beteiligten.
- Lasst euch alle aktuell auf sexuell übertragbare Infektionen testen und tauscht die Ergebnisse aus.
- Verzichtet bei Zahnfleischbluten, Aphthen oder frischen Wunden im Mund auf das Schlucken.
- Plant etwas Zeit danach ein: Wasser, ein Gespräch und Zuwendung gehören einfach dazu.
Geschmacklich ist Sperma übrigens sehr unterschiedlich. Es schmeckt leicht salzig, manchmal etwas bitter oder metallisch, und wird durch Ernährung, Alkohol und Rauchen beeinflusst. Abgekühltes, gesammeltes Sperma verändert zudem seine Konsistenz. Das ist für viele überraschend und sollte keine Hemmschwelle sein, über Grenzen zu sprechen.
Sicherheit und Missverständnisse
Das größte Risiko bei Gokkun sind Geschlechtskrankheiten (STD). Über die Mundschleimhaut können unter anderem Gonorrhö, Syphilis, Chlamydien, Herpes und HPV übertragen werden, theoretisch auch HIV, besonders bei Verletzungen im Mund. Je mehr Partner beteiligt sind, desto höher ist das Risiko. Regelmäßige Tests, Impfungen gegen HPV und Hepatitis B sowie bei Bedarf eine PrEP senken die Gefahr deutlich, ersetzen aber nicht die Ehrlichkeit untereinander.
Ein verbreitetes Missverständnis: Sperma zu schlucken ist an sich weder giftig noch ungesund, und es macht weder dick noch schön. Die angeblichen Wunderwirkungen auf Haut oder Laune sind Mythen. Selten gibt es eine Allergie gegen Samenflüssigkeit, die sich durch Schwellungen oder Juckreiz äußert. Und noch ein Punkt: Pornos zeigen eine stark überzeichnete Version. Niemand muss Gokkun mögen, nur weil es im Film begeistert wirkt. Entscheidend ist allein, ob es sich für dich und deine Mitspielenden gut anfühlt.