Redaktionell geprüft · täglich frische Inhalte
Leidenschaft

Langzeitbelichtung

Neumond, zweitausend Meter Höhe, eine Sternwarte, in der nur rotes Licht brennen darf. Ida hat dem Fotografen die Kuppel für eine Nacht vermietet. Dass er ausgerechnet sie belichten will, stand nicht in der Buchung.

Rotes Licht

In der Sternwarte am Hohen Grat gab es nur eine Regel, und Ida sagte sie jedem Gast, noch bevor er die Jacke ausgezogen hatte: „Kein weißes Licht. Nicht das Handy, nicht die Stirnlampe, kein Feuerzeug. Wer mir die Nachtsicht kaputtmacht, schläft im Auto.”

Jonas hob beide Hände, als hätte sie eine Waffe auf ihn gerichtet. Er war größer, als sie nach seinen knappen E-Mails erwartet hatte, Ende dreißig vielleicht, mit grauen Strähnen in den Bartstoppeln und einem Rucksack voller Objektive, den er abstellte wie ein schlafendes Kind. „Verstanden. Nur rot.”

„Nur rot”, wiederholte sie und knipste die Deckenlampe aus. Dann blieb nur das schwache Glühen der Arbeitsleuchten, das die Kanten der Dinge weich machte: das Messinggeländer der Wendeltreppe, die Thermoskanne auf dem Kartentisch, ihren eigenen Handrücken. Ihr gefiel, wie Gesichter in diesem Licht aussahen. Ehrlicher irgendwie, als würde die Farbe alles Überflüssige wegnehmen.

Neumond, Ende Oktober, zweitausendeinhundert Meter über dem Meer. Die Wetterkarte hatte eine Nacht versprochen, wie es sie nur ein paarmal im Jahr gab: trocken, windstill, die Milchstraße so dicht, dass sie Schatten werfen würde. Jonas hatte die Kuppel für die ganze Nacht gebucht, für ein Buchprojekt über die letzten dunklen Orte der Alpen, so hatte er es geschrieben. Ida war die einzige Angestellte und um diese Jahreszeit auch der einzige Mensch weit und breit. Normalerweise hätte sie ihm den Schlüssel gegeben und sich im Nebenraum aufs Feldbett gelegt.

Stattdessen blieb sie.

Sie sagte sich, es sei wegen der Montierung, die manchmal hakte. Das war gelogen, und sie wusste es spätestens, als er die erste Aufnahme auf dem abgedunkelten Display zeigte und sich dafür so nah neben sie stellte, dass sie die Wärme seines Arms durch zwei Lagen Fleece spürte.

„Vier Minuten”, sagte er leise. Auf dem Bildschirm wölbte sich der Bogen der Milchstraße über die Kuppel, rostrote Staubwolken, darunter ein Hauch grünes Airglow über dem Grat. „Das Auge sieht das nicht. Nicht so. Die Kamera sammelt einfach weiter, solange man sie lässt.”

„Geduld als Technik”, sagte Ida.

„Geduld als Technik.” Er lächelte, sie hörte es mehr, als sie es sah. „Alles, was schön ist, braucht länger, als man denkt.”

Was die Kamera sammelt

Gegen Mitternacht tranken sie Kaffee aus dem Deckel der Thermoskanne, abwechselnd, weil es nur einen gab, und Ida merkte, dass sie darauf achtete, wo seine Lippen den Rand berührt hatten. Die Kuppel stand offen, ein schwarzer Spalt voller Sterne, durch den die Kälte hereinfiel wie Wasser. Die Kamera klickte in regelmäßigen Abständen, dann war wieder Stille, so vollständig, dass sie ihren eigenen Puls hörte.

„Darf ich dich was fragen?”, sagte er.

„Kommt drauf an.”

„Du schaust jede Aufnahme an, als würdest du dich selbst darauf suchen.”

Sie lachte, zu schnell. „Ich schaue mir den Himmel an. Das ist mein Beruf.”

„Mhm.” Er ließ es stehen. Er drängte nicht, und gerade deshalb redete sie weiter. Vielleicht lag es am Licht, vielleicht an der Höhe, die einem ohnehin den Kopf leicht machte.

„Ich hab nur so eine Idee”, sagte sie. „Eine alte. Gesehen zu werden. Nicht angestarrt, das ist was anderes. Gesehen. So, wie deine Kamera das hier sieht: lange, ohne wegzuschauen, bis alles drauf ist, was man sonst übersieht.” Sie verstummte und spürte, wie ihr die Hitze bis in die Ohren stieg, und war froh, dass Rot auf Rot nicht auffiel. „Exhibitionismus klingt so nach Trenchcoat im Stadtpark. So ist es nicht. Ich will niemanden überfallen. Ich will, dass jemand hinsieht, weil er will.”

Jonas schwieg so lange, dass sie schon dachte, sie hätte alles kaputtgemacht. Dann sagte er: „Ich will.”

Nur das. Zwei Wörter, und ihr Unterleib zog sich zusammen, als hätte er sie angefasst.

„Du kennst mich seit fünf Stunden.”

„Deshalb frage ich, statt irgendwas zu tun.” Er drehte sich zu ihr, jetzt ganz. „Die Kamera ist das eine. Wir können eine Aufnahme machen, und du entscheidest danach, ob sie existiert. Du siehst sie zuerst, du löschst sie, wenn du willst, ich frage nicht nach. Und alles andere: nur, wenn du es sagst. Wenn du Stopp sagst, hört alles auf. Auch mitten drin.”

Es war so ruhig gesagt, so selbstverständlich, dass Ida etwas in ihrer Brust lockerer werden spürte. Konsens hatte für sie immer nach Formular geklungen, nach Kästchen zum Ankreuzen. Aus seinem Mund klang es wie ein Versprechen, dass sie sich fallen lassen konnte, ohne zu fallen.

„Wie lange belichtest du?”, fragte sie.

„Für dich? Dreißig Sekunden. Länger hältst du still nicht durch, nicht bei der Kälte.”

„Unterschätz mich nicht”, sagte sie und zog den Reißverschluss ihrer Jacke auf.

Dreißig Sekunden

Sie zog sich nicht schnell aus. Das war der Punkt, das hatte sie sich immer so vorgestellt, in den Nächten, in denen sie allein unter dieser Kuppel saß und die Hand zwischen den Schenkeln hatte: Jemand sollte zusehen, wie es Schicht für Schicht weniger wurde. Die Jacke. Der Fleecepullover. Das Thermoshirt, das sie über den Kopf zog, und darunter nichts, weil sie schon seit Jahren in Höhen arbeitete, in denen niemand auf BHs achtete. Die Kälte traf ihre Brüste wie eine Ohrfeige, ihre Brustwarzen wurden sofort hart, und sie hörte, wie Jonas den Atem anhielt.

„Weiter?”, fragte er heiser.

„Sieh einfach hin.”

Sie streifte die Stiefel ab, dann die Hose, langsam, mit dem Daumen im Bund, bis sie barfuß auf dem kalten Stahlgitter stand, nur noch im Slip, und das Sternenlicht von oben auf sie fiel. Sie spürte seinen Blick wie eine Hand, die über ihre Schultern wanderte, über die Rippen, über den kleinen Bauch, den sie nie gemocht hatte und jetzt plötzlich nicht mehr verstecken wollte.

„Den auch”, sagte sie und meinte sich selbst. Der Slip fiel auf den Haufen. Sie stand nackt unter dem offenen Himmel, und es war das Beängstigendste und Beste, was sie je getan hatte.

Jonas bewegte sich langsam, als könnte er sie verscheuchen. Er stellte die Kamera auf das Stativ, richtete sie aus, drückte den Fernauslöser. „Ab jetzt. Dreißig Sekunden. Halt still.”

Er nahm die rote Stirnlampe in die Hand und malte sie mit Licht.

Sie hatte von dieser Technik gelesen, aber nicht gewusst, wie es sich anfühlt: das schmale rote Leuchten, das an ihrem Schlüsselbein entlangfuhr, über die Wölbung ihrer Brust, um die Brustwarze herum, ohne sie zu berühren, über die Hüfte, die Innenseite ihres Schenkels hinab. Er fasste sie nicht an. Er zeichnete sie nach, Zentimeter für Zentimeter, und jede Stelle, die das Licht verließ, fühlte sich danach nackter an als vorher. Ihre Beine zitterten, aber nicht vor Kälte.

„Fünfzehn”, murmelte er. „Du bist unglaublich. Weißt du das? Du stehst da, als gehöre dir dieser ganze verdammte Himmel.”

„Hör nicht auf zu reden.”

„Ich sehe, wie deine Nippel sich zusammenziehen, wenn das Licht drübergeht. Ich sehe deine Gänsehaut. Ich sehe, dass du feucht bist, Ida. Man sieht es im Licht, es glänzt an deinen Schenkeln.” Seine Stimme war rau geworden. „Zehn.”

Sie biss sich auf die Lippe, um nicht zu stöhnen. Dirty Talk war ihr immer ein bisschen albern vorgekommen, auswendig gelernte Sätze aus schlechten Filmen. Das hier war etwas anderes. Er sagte einfach, was er sah. Und genau das war es, was sie gewollt hatte.

„Drei. Zwei. Eins.”

Das Klicken des Verschlusses. Sie atmete aus, und es war beinahe ein Schluchzen.

Jonas legte die Lampe weg, nahm die Wolldecke vom Kartentisch und legte sie ihr um die Schultern, ohne dass sie etwas sagen musste. Dann stand er vor ihr, sehr nah, und wartete.

„Jetzt”, sagte Ida. „Fass mich an. Bitte.”

Unter dem Spalt

Er küsste sie zuerst, und das überraschte sie: kein Griff, kein Gier, sondern ein langer, tiefer Kuss, der nach Kaffee und kalter Luft schmeckte. Seine Hände kamen unter die Decke, warm von der Thermoskanne, und legten sich auf ihre Taille. Sie keuchte in seinen Mund. Dann wanderten sie höher, umschlossen ihre Brüste, und als sein Daumen über die harte, kalte Brustwarze strich, zuckte ihr ganzer Körper.

„Empfindlich”, flüsterte er.

„Seit einer halben Stunde bin ich nichts anderes.”

Er schob sie rückwärts gegen das Geländer, das Messing eisig an ihrem Hintern, und sank vor ihr auf die Knie, die Decke wie ein Zelt über ihnen beiden. Sein Atem traf ihren Bauch, ihren Venushügel. Dann seine Finger: Erst nur einer, der langsam durch ihre Nässe glitt, von unten nach oben, und genau dort, wo sie es brauchte, einen kleinen Kreis zog.

„Gott, du bist so nass”, sagte er, und es klang beinahe ehrfürchtig.

„Deine Schuld.”

Er lachte leise gegen ihre Haut und schob zwei Finger in sie hinein, langsam, gekrümmt, und sie musste sich mit beiden Händen am Geländer festhalten. Er fingerte sie mit einer Geduld, die sie wahnsinnig machte: tief und ruhig, sein Daumen auf ihrer Klitoris, nie zu fest, nie schneller, als sie es mit ihren Hüften verlangte. Über ihr der schwarze Spalt, die Sterne, dieses unfassbar alte Licht, das auf sie herabfiel, und sie stellte sich vor, dass dort draußen irgendwer zusah. Jemand, der die ganze Nacht hinsah, ohne wegzuschauen.

„Ich will dich schmecken”, sagte er. „Darf ich?”

„Wenn du jetzt aufhörst zu fragen und einfach machst, ja.”

Seine Zunge war heiß gegen ihre kalte Haut, flach und breit erst, dann spitz und gezielt, während seine Finger weiter in ihr arbeiteten. Sie hörte sich selbst, hoch und ungehemmt, und das Echo kam von der Kuppelwand zurück wie aus einer Kirche. Es war ihr egal. Hier oben gab es niemanden außer Steinböcken und Satelliten. Sie packte seine Haare und hielt ihn fest, wo sie ihn haben wollte, und er stöhnte zustimmend in sie hinein. Die Vibration ging ihr bis in die Knie.

Der Orgasmus kam nicht wie eine Welle, sondern wie ein Riss. Ihre Schenkel schlossen sich um seinen Kopf, ihr Rücken bog sich durch, sie schrie etwas zum offenen Himmel, das kein Wort war. Er machte weiter, sanfter, bis sie zuckend seine Stirn wegschob.

„Zu viel”, japste sie. „Komm her.”

Er kam hoch, das Kinn glänzend, und sie küsste ihn und schmeckte sich selbst, salzig und warm, und spürte durch seine Hose, wie hart er war.

„Nicht hier”, sagte sie. „Ich spür meine Zehen nicht mehr.”

Zwei Belichtungen

Im kleinen Kontrollraum nebenan lief der Heizlüfter, und das rote Licht war hier noch gedämpfter. Ida zog ihn an der Gürtelschnalle hinter sich her, und sie fielen auf das Feldbett, das unter ihnen protestierend ächzte. Sie lachten beide, und das Lachen machte es leichter, ihn auszuziehen: den Pullover, das Shirt, die Jeans, mit fahrigen Fingern an den Knöpfen. Er war schlank und sehnig, mit einer Narbe am Rippenbogen, und als sie seinen Schwanz endlich in der Hand hielt, schwer und heiß und schon feucht an der Spitze, stöhnte er so tief, dass sie es in ihrer eigenen Brust spürte.

„Jetzt sehe ich dich”, sagte sie.

„Und? Was siehst du?”

„Einen Mann, der seit einer Stunde einen Ständer hat und trotzdem höflich war.” Sie strich mit dem Daumen über die Eichel, verteilte den Tropfen, und er zuckte in ihrer Hand. „Das find ich verdammt heiß.”

Sie drehte sich auf dem schmalen Bett, bis ihre Knie neben seinem Kopf lagen und ihr Mund über seinem Becken, und hörte ihn lachen, atemlos: „Ernsthaft? Ein 69er auf einem Feldbett?”

„Beschwer dich, und ich hör auf.”

Er beschwerte sich nicht. Er zog ihre Hüften zu sich herunter und vergrub das Gesicht wieder zwischen ihren Schenkeln, und sie nahm ihn in den Mund, langsam, so tief es ging. Es war chaotisch und wunderbar: sein Stöhnen gegen ihre Klitoris, ihr Stöhnen um ihn herum, das Feldbett, das bei jeder Bewegung knarrte. Sie leckte die Unterseite entlang, saugte an der Spitze, spürte, wie seine Oberschenkel sich anspannten, und jedes Mal, wenn sie ihn tiefer nahm, revanchierte er sich mit der Zunge, als wären sie ein Gespräch ohne Worte. Sie kam zum zweiten Mal, leiser diesmal, mit ihm im Mund, und das Zittern ihres Körpers trieb ihn so nah an den Rand, dass er sie keuchend an den Hüften festhielt.

„Stopp, Ida, warte, sonst…”

Sie ließ ihn los, drehte sich um, setzte sich rittlings auf ihn. Ihr Haar fiel ihm ins Gesicht. „Kondom?”

„Seitentasche, Rucksack.”

„Natürlich. Der Mann mit den sechs Objektiven ist vorbereitet.”

Sie rollte es ihm über, langsam, und sah ihm dabei in die Augen. Dann hielt sie inne, die Spitze seines Schwanzes gegen ihren Eingang, und ein Gedanke ließ sie lächeln.

„Die Kamera”, sagte sie. „Hol sie. Stell sie in die Tür.”

Er sah sie lange an. „Sicher?”

„Gleiche Regel. Ich seh’s zuerst, ich entscheide. Aber ich will das hier auch haben. Uns beide. So, wie die Kamera es sieht.”

Er holte sie, nackt und mit wippendem Schwanz, was sie zum Kichern brachte, stellte das Stativ in den Türrahmen, so dass der offene Kuppelspalt hinter ihnen im Bild war, und stellte sechzig Sekunden ein. „Bewegung wird unscharf”, warnte er.

„Gut”, sagte sie. „Ich hab nicht vor, stillzuhalten.”

Er legte sich zurück, und sie senkte sich auf ihn, Zentimeter für Zentimeter, bis er ganz in ihr war und sie beide gleichzeitig ausatmeten. Das Klicken des Auslösers ging fast unter. Sie begann sich zu bewegen, langsam erst, kreisend, die Hände auf seiner Brust, und es war ein seltsames, wildes Gefühl, zu wissen, dass das kleine Glasauge in der Tür jede Sekunde sammelte. Ihre Hüften, sein Griff an ihrem Hintern, ihr Kopf, der in den Nacken fiel.

„Du siehst so gut aus auf mir”, sagte er mit zusammengebissenen Zähnen. „Wie du mich reitest. Wie deine Titten wippen. Ich will, dass die Kamera alles kriegt, jeden verdammten Moment.”

„Dann halt durch”, keuchte sie. „Noch dreißig Sekunden.”

Sie wurde schneller. Er stieß von unten gegen sie, kam ihr entgegen, ein Rhythmus, der sich anfühlte wie das Klicken einer Montierung, die endlich einrastet. Ihre Finger fanden ihre Klitoris, und er sah ihr dabei zu, mit diesem Blick, der nicht wegsah, nicht einmal blinzelte, und genau dieser Blick schob sie über die Kante. Sie kam ein drittes Mal, zog sich um ihn zusammen, und er stöhnte ihren Namen, packte ihre Hüften und stieß noch zwei-, dreimal tief in sie hinein, bevor er unter ihr erstarrte und kam, mit offenem Mund und geschlossenen Augen.

Irgendwo hinter ihnen klickte der Verschluss.

Sie lag auf seiner Brust, sein Herz unter ihrem Ohr, und für eine lange Weile sagte keiner etwas. Der Heizlüfter summte. Draußen zogen die Sterne ihre Bahnen weiter, unbeeindruckt.

„Willst du’s sehen?”, fragte er irgendwann.

Sie nickte gegen seine Haut.

Er holte die Kamera und drehte das Display zu ihr. Darauf: das Feldbett, rot getönt, zwei Körper, die ineinander verschwammen, ein Gewirr aus Armen und Haaren und Hüften, kein Gesicht wirklich scharf. Dahinter, durch die Tür und den offenen Spalt der Kuppel, glasklar, die Sterne, die in sechzig Sekunden kleine Striche gezogen hatten.

„Wir sehen aus wie ein Nebel”, sagte Ida leise. „Wie etwas, das man nur mit Geduld findet.”

„Löschen?”

Sie betrachtete das Bild lange. Ihr Körper fühlte sich weich und schwer an, eine warme Erschöpfung, die Ärzte wohl Afterglow-Effekt nennen würden und die sie einfach glücklich nannte.

„Nein”, sagte sie. „Schick es mir. Und behalt es. Aber nicht fürs Buch.”

„Nicht fürs Buch”, versprach er und zog die Decke über sie beide.

Gegen fünf, als im Osten über dem Grat das erste Blau kam, standen sie nebeneinander unter der Kuppel, in Decken gewickelt, und schauten zu, wie die Sterne einer nach dem anderen verschwanden. Ida knipste die rote Lampe aus. Es wurde von allein hell, und sie stellte fest, dass ihr das Gesicht neben ihr auch im Tageslicht gefiel.

„Nächster Neumond ist am zweiundzwanzigsten November”, sagte sie.

Jonas lächelte, ohne den Blick vom Himmel zu nehmen. „Ich hab Zeit. Alles, was schön ist, braucht länger, als man denkt.”

Alle in dieser Geschichte handelnden Personen sind volljährig (18+). Es handelt sich um frei erfundene Fiktion; jede dargestellte Handlung ist einvernehmlich. Keine Darstellung illegaler Handlungen.