Buttman-Filme
Einflussreiche Pornofilmreihe von John Stagliano alias „Buttman", die ab 1989 den Gonzo-Stil mit subjektiver Kamera und Fokus aufs Gesäß populär machte.
Buttman-Filme sind eine einflussreiche US-amerikanische Pornofilmreihe rund um die Kunstfigur „Buttman”, hinter der der Regisseur und Darsteller John Stagliano steckt. Sie gelten als einer der Gründungsmomente des sogenannten Gonzo-Pornos — jener Spielart, in der die Kamera mitten ins Geschehen rückt und der Filmemacher selbst zur handelnden Figur wird. Den Auftakt machte 1989 „The Adventures of Buttman”; daraus wuchs eine ganze Ästhetik, die später das renommierte Label Evil Angel mittrug. Im Mittelpunkt steht, wie der Name schon verrät, eine ausgeprägte Begeisterung für das Gesäß.
Woher der Name kommt
Hinter „Buttman” verbirgt sich John Stagliano, ein ehemaliger Tänzer, der Ende der 1980er begann, seine Filme selbst zu drehen. Statt wie im damals üblichen „Feature”-Porno eine Spielfilmhandlung mit Drehbuch zu inszenieren, trat er als neugieriger, leicht tollpatschiger Voyeur auf, der mit der Handkamera Frauen und ihre Kehrseiten „dokumentiert”. Dieser Bruch mit der Studio-Konvention war neu: keine aufwendige Story, keine Distanz, sondern unmittelbare, oft improvisierte Nähe.
Aus dieser Idee wurde mehr als eine Reihe — es wurde ein Genre. Der Gonzo-Stil, den Buttman mitprägte, verzichtet auf die vierte Wand: Darsteller schauen in die Linse, der Mann hinter der Kamera kommentiert, reist und sucht „Motive”. Staglianos Evil Angel entwickelte sich so zu einem der erfolgreichsten unabhängigen Erotiklabels überhaupt.
Was die Filme ausmacht
Charakteristisch ist die subjektive, bewegliche Kamera, die dich als Publikum zugleich zum Beobachter und zum Beteiligten macht. Der Po steht klar im Fokus — also viel a tergo, viel Detail, viel Inszenierung der Rundungen. Wer einordnen will, worin sich Buttman-Filme vom klassischen Studio-Porno unterscheiden, kann sich an ein paar Merkmalen orientieren:
- Subjektive Handkamera statt statischem Stativ-Blick
- Der Regisseur als sprechende Figur im Bild (Gonzo-Prinzip)
- Starker Schwerpunkt auf Gesäß, Analsex (AV) und Close Up
- Dokumentarisch-improvisierter Ton statt Drehbuch-Handlung
- Reise- und Reportage-Anmutung, oft an realen Schauplätzen
Diese Mischung wirkte für viele authentischer als Hochglanz-Produktionen — ein Effekt, der später auch die Welle der Amateurpornografie und vieles in der heutigen POV-Ästhetik beeinflusst hat. Thematisch tauchen im selben Umfeld immer wieder Spielarten wie Assworship oder Anilingus auf.
Einordnung und Missverständnisse
Ein verbreitetes Missverständnis ist, „Gonzo” sei gleichbedeutend mit „roh, regellos, ohne Schutz der Beteiligten”. Das stimmt so nicht: Auch bei improvisiert wirkenden Produktionen gehören Einvernehmlichkeit, klare Absprachen, Gesundheitstests und faire Verträge zu den professionellen Standards. Was spontan aussieht, ist am Set in aller Regel geplant und abgestimmt — die Doku-Anmutung ist Inszenierung, nicht Abwesenheit von Konsens.
Wichtig ist außerdem: Pornografie ist nichts für Minderjährige, und der Zugang ist in Deutschland zu Recht an Alterskontrollen gebunden. Buttman-Filme sind ein Stück Genre-Geschichte, kein Lehrbuch fürs eigene Schlafzimmer. Du darfst dir gern Anregungen holen — etwa Lust auf mehr Po-Spiel oder eine bestimmte Perspektive — solltest aber wissen, dass Kamera-Sex stark stilisiert ist. Echte Begegnungen leben von Kommunikation, Tempo und Rücksicht, nicht von Perfektion. Wer sich für Stilrichtungen jenseits des Mainstreams interessiert, stößt in diesem Feld übrigens auch auf Begriffe wie Alt Porn.