Abraham Lincoln
Augenzwinkernder Sex-Slang für den „Bart“ aus Ejakulat, der nach einer Gesichtsbesamung am Kinn zurückbleibt und optisch an den markanten Kinnbart des US-Präsidenten erinnert.
Abraham Lincoln ist im erotischen Sprachgebrauch ein augenzwinkernder Slang-Ausdruck für den „Bart“, der nach einer Gesichtsbesamung – einem sogenannten Facial – am Kinn zurückbleibt. Gemeint ist das Bild, das entsteht, wenn Ejakulat sich entlang von Kinn und Unterkiefer verteilt und dort optisch an den markanten Kinnbart des 16. US-Präsidenten erinnert, der bekanntlich ohne Schnurrbart getragen wurde. Der Begriff beschreibt damit weniger eine eigenständige Technik als ein humorvoll benanntes Resultat. Wie bei vielen Szene-Begriffen steckt dahinter vor allem Sprachwitz und ein entspannter, sexpositiver Umgang mit dem eigenen Tun – nichts, was man bierernst nehmen müsste.
Woher der Name kommt
Abraham Lincoln trug in seinen späten Jahren einen sogenannten Chin Curtain: einen Bart, der dem Kieferknochen folgte und den Schnurrbartbereich frei ließ. Genau dieses Muster greift der Slang auf – eine Spur am Kinn, die an diese Linie erinnert. Solche bildhaften Vergleiche sind im sexuellen Wortschatz weit verbreitet; sie machen Intimes sprachlich greifbar und oft komisch.
Wichtig zu wissen: Es kursieren konkurrierende Definitionen. Am häufigsten meint „Abraham Lincoln“ den Sperma-Bart nach einem Facial. Eine zweite, seltenere Lesart bezieht sich auf Schamhaare, die nach dem Oralverkehr am Kinn haften bleiben. Beide Varianten zielen auf denselben Witz – die zufällige „Bartform“ – und beide sind reiner Szene-Jargon ohne feste Regeln.
Worauf es in der Praxis ankommt
Ein Facial und alles, was damit zusammenhängt, gehört zu den Spielarten, die klar abgesprochen gehören. Nicht jede:r mag Ejakulat im Gesicht, und das ist völlig in Ordnung. Wer Lust darauf hat, redet am besten vorher offen darüber – etwa eingebettet in lockeren Dirty Talk – und hält sich an ein vereinbartes Safeword, falls die Situation kippt. Einvernehmlichkeit ist hier kein Beiwerk, sondern die Grundlage: Ohne klaren Konsens läuft gar nichts.
Praktische Hinweise, damit es entspannt bleibt:
- Augen schützen: Sperma im Auge brennt und kann die Bindehaut reizen – Zielrichtung absprechen oder die Augen rechtzeitig schließen.
- Schutz mitdenken: Über Sperma lassen sich STIs übertragen; bei ungetesteten Partner:innen ist Vorsicht angebracht.
- Tuch oder feuchte Wischtücher griffbereit legen – das macht das Saubermachen danach unkompliziert.
- Hinterher kurz innehalten: eine warme Geste, ein Tuch, ein Kompliment – etwas Aftercare tut auch bei spielerischen Nummern gut.
- Grenzen ernst nehmen: Ein „Nein“ zum Gesicht ist kein „Nein“ zur ganzen Person.
Einordnung und Missverständnisse
Der Begriff klingt frech, beschreibt aber nichts Anrüchiges oder Verbotenes – es geht um einvernehmlichen Sex zwischen Erwachsenen. Ein verbreitetes Missverständnis ist, „Abraham Lincoln“ sei eine komplizierte Sonderpraktik; tatsächlich ist es nur ein Spitzname für ein zufälliges Ergebnis. Manche fürchten zudem, so etwas sei automatisch erniedrigend. Ob es das ist, entscheiden allein die Beteiligten miteinander – für die einen ist es ein lustiger Moment, für andere bewusstes Spiel mit Hingabe, für viele schlicht nicht ihr Ding. Wer es lieber unaufgeregt mag, bleibt eben im Vanilla-Bereich, und auch das ist eine völlig gleichwertige Wahl. Wie immer beim Sex gilt: Was sich für alle Beteiligten gut und sicher anfühlt, ist richtig.