Besamung
Sexueller Begriff für das gezielte Ejakulieren im Inneren von Vagina oder Anus — das im Körper verbleibende oder herauslaufende Sperma wird oft Creampie genannt.
Besamung bezeichnet im sexuellen Sprachgebrauch den Moment, in dem ein Mann beim Sex bewusst in der Vagina oder im Anus seines Gegenübers ejakuliert — also das Abspritzen im Inneren statt außerhalb des Körpers. Das im Körper verbleibende oder anschließend herauslaufende Sperma wird häufig auch „Creampie“ genannt. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus Tierzucht und Landwirtschaft und hat sich als bildhaftes, leicht dominantes Schlagwort in Pornografie und Amateurszene eingebürgert. Für die einen ist Besamung schlicht kondomloser Sex bis zum Schluss, für die anderen eine aufgeladene Fantasie rund um Hingabe, Markieren und Fruchtbarkeit.
Bedeutung und Herkunft
Wörtlich meint „besamen“ das Einbringen von Samen — in der Landwirtschaft etwa die künstliche Besamung von Nutztieren. Übertragen auf menschliche Sexualität verliert das Wort seinen nüchternen Charakter und gewinnt eine erotische, oft besitzergreifende Note: Es geht um das Gefühl, jemanden „innerlich zu zeichnen“. Genau diese Bildsprache macht für viele den Reiz aus. Eng verwandt ist die sogenannte Breeding-Fantasie, bei der die Vorstellung einer Schwängerung — nicht unbedingt ihre reale Absicht — die Erregung steigert. Als Fetisch kann Besamung damit eine ganze Bandbreite abdecken: vom spielerischen Dirty Talk („Ich besame dich“) bis zu fest verabredeten Rollenspielen. In der Amateurszene zählt Besamung zu den meistgesuchten Schlagworten überhaupt, weil sie Authentizität und Hingabe verspricht — den Eindruck, dass nichts gestellt ist und beide bis zum Ende gehen.
In der Praxis — worauf es ankommt
Weil Besamung per Definition das Abspritzen im Inneren meint, findet sie fast immer ohne Kondom statt — sie gehört damit ins Feld „Alles ohne“ und verlangt entsprechend bewusste Absprachen. Das Wichtigste passiert dabei vor dem Sex, nicht während: Wer so etwas möchte, klärt vorab Verhütung, Gesundheitsstatus und Grenzen. Eine Besamung ist niemals eine Überraschung, die man jemandem unterschiebt — heimliches Abspritzen im Inneren gegen die Absprache (Stealthing) ist ein Übergriff und in Deutschland strafbar. Sprich Wünsche also klar aus, statt auf stillschweigendes Einverständnis zu hoffen — gerade weil hier kein Kondom als zusätzliche Sicherheit dazwischenliegt.
Worauf du konkret achten solltest:
- Konsens ausdrücklich klären: Ist internes Abspritzen wirklich erwünscht — vaginal, anal oder beides?
- Verhütung festlegen: Pille, Spirale oder die mögliche Schwangerschaft offen als reales Thema besprechen.
- STI-Schutz bedenken: Kondomloser Sex setzt Vertrauen und idealerweise aktuelle Tests voraus.
- Danach aufräumen: Das Herauslaufen, auch Absaften genannt, ist normal — Tücher oder Handtuch bereithalten.
- Nähe einplanen: Eine kurze Phase Aftercare tut nach intensiven Fantasien gut.
Sicherheit und Missverständnisse
Das größte Missverständnis: Besamung als Fantasie bedeutet nicht, dass tatsächlich jemand schwanger werden möchte. Viele genießen die Breeding-Vorstellung gerade deshalb, weil im Hintergrund sicher verhütet wird — der Kick entsteht aus dem Spiel mit dem Tabu, nicht aus echtem Risiko. Umgekehrt gilt nüchtern: Wo nicht zuverlässig verhütet wird, ist die Schwangerschaftschance real; „Aufpassen“ oder der rechtzeitige Rückzieher sind keine verlässliche Verhütung. Beim Analverkehr entfällt zwar das Schwangerschaftsrisiko, die Ansteckungsgefahr für sexuell übertragbare Infektionen bleibt aber dieselbe. Wer das Sperma lieber ableiten oder wegwischen statt spüren möchte, sagt das einfach vorher. Wichtig ist auch: Jede Person darf eine einmal gegebene Zusage wieder zurückziehen — Konsens gilt immer nur für den Moment. Kurz: Besamung kann ein intensives, intimes Erlebnis sein — solange Einvernehmlichkeit, Verhütung und ehrliche Kommunikation stimmen.