Friends with benefits (FWB)
Eine Beziehungsform, bei der zwei befreundete Menschen einvernehmlich Sex haben, ohne eine romantische Partnerschaft einzugehen.
Friends with benefits (FWB) bezeichnet eine Verbindung zwischen zwei Menschen, die miteinander befreundet sind und zusätzlich einvernehmlich Sex haben, ohne dabei ein romantisches Paar zu sein. Der englische Ausdruck bedeutet wörtlich „Freunde mit Vorzügen“ und beschreibt genau diese Mischung: die Vertrautheit einer Freundschaft plus körperliche Nähe, aber ohne die Erwartungen und Verpflichtungen einer klassischen Beziehung. Im Deutschen spricht man auch von einer „Freundschaft Plus“. Es geht nicht um einen einmaligen Seitensprung, sondern um eine wiederkehrende, meist über Wochen oder Monate laufende Konstellation, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert.
Bedeutung und Abgrenzung
Eine FWB-Beziehung liegt irgendwo zwischen reiner Freundschaft und fester Partnerschaft. Anders als beim reinen Booty Call, bei dem sich zwei Menschen fast ausschließlich für Sex treffen und sonst wenig verbindet, steht bei FWB die echte Freundschaft im Vordergrund: Man mag sich, verbringt auch ohne Sex Zeit miteinander und schätzt einander als Person. Der Sex ist ein zusätzlicher, freiwilliger Bonus, keine Bedingung für die Freundschaft.
Gleichzeitig unterscheidet sich FWB von einer offenen Partnerschaft oder der Beziehungsanarchie, weil in der Regel gerade keine romantische Exklusivität, kein gemeinsamer Alltag und keine langfristigen Zukunftspläne angestrebt werden. Beide Seiten bleiben unabhängig, können andere Menschen daten und müssen sich nicht rechtfertigen. Ob der Sex dabei eher zärtlich und Vanilla bleibt oder experimentierfreudiger wird, handeln die Beteiligten für sich aus.
Worauf es in der Praxis ankommt
Damit eine Freundschaft Plus funktioniert und niemand verletzt wird, ist offene Kommunikation das A und O. Weil die Grenzen fließender sind als in einer definierten Beziehung, lohnt es sich, früh und ehrlich über Erwartungen zu sprechen. Bewährt haben sich vor allem diese Punkte:
- Klärt von Anfang an, was ihr wollt und was nicht: nur Sex, gemeinsame Unternehmungen, Übernachten ja oder nein.
- Redet über Exklusivität und Safer Sex, gerade wenn eine oder beide Seiten noch andere Kontakte haben.
- Sprecht offen über Konsens und Grenzen, so wie ihr es auch in jeder anderen sexuellen Begegnung tun würdet.
- Vereinbart, dass ihr euch meldet, sobald sich Gefühle entwickeln oder etwas nicht mehr stimmt.
- Haltet auch nach dem Sex kurz inne füreinander, ein bisschen Aftercare tut auch einer lockeren Verbindung gut.
Die größte Herausforderung ist meist nicht der Sex selbst, sondern die Balance zwischen Nähe und Freiheit. Wenn beide auf derselben Wellenlänge sind, kann eine FWB-Konstellation entspannt, ehrlich und über lange Zeit erfüllend sein, ob als schneller Quickie zwischendurch oder als ausgedehnte gemeinsame Nacht.
Missverständnisse und Sicherheit
Ein gängiges Vorurteil lautet, FWB sei bloß eine Ausrede für unverbindlichen Sex oder ende zwangsläufig im Drama. Tatsächlich scheitern solche Verbindungen selten am Konzept, sondern daran, dass die Beteiligten unterschiedliche Erwartungen haben und nicht darüber reden. Wenn eine Person heimlich auf mehr hofft, während die andere bei der reinen Freundschaft Plus bleiben will, entsteht Frust. Ehrlichkeit mit sich selbst und dem anderen beugt genau dem vor.
Wichtig ist außerdem: Auch eine lockere Verbindung verdient Respekt und Sorgfalt. Einvernehmlichkeit gilt bei jedem einzelnen Treffen neu, niemand schuldet dem anderen Sex, nur weil man sich kennt. Ein aufmerksamer Umgang, klare Absprachen zu Verhütung und Schutz vor Infektionen sowie das Recht, jederzeit „nein“ oder „nicht mehr“ zu sagen, gehören selbstverständlich dazu. Richtig gelebt ist FWB keine Notlösung, sondern eine gültige, selbstbestimmte Form von Nähe unter erwachsenen, gleichberechtigten Menschen.