Dirty Games
Dirty Games ist ein Sammelbegriff für Erotikspiele, bei denen bewusst mit Körperflüssigkeiten, Tabubrüchen und Erniedrigung gespielt wird — von milden Speichelspielen bis zu intensiven Natursekt-Praktiken.
Dirty Games ist ein Sammelbegriff aus der Erotik- und BDSM-Szene für Sexspiele, bei denen bewusst mit dem „Schmutzigen“ gearbeitet wird — mit Körperflüssigkeiten, Tabubrüchen und der erotischen Aufladung von allem, was im Alltag als unrein oder unanständig gilt. Gemeint sind weniger einzelne Techniken als eine bestimmte Spielhaltung: Reize, die viele zunächst abstoßend finden, werden hier zur Quelle von Lust, Hingabe und kontrollierter Grenzüberschreitung. Der Begriff begegnet dir vor allem in Escort-Verzeichnissen und Kontaktanzeigen als Service-Kategorie, die eine Bandbreite von eher milden bis sehr intensiven Praktiken bündelt. Allen gemeinsam ist: Es geht um ein Spiel zwischen Erwachsenen, die genau wissen, worauf sie sich einlassen.
Was unter Dirty Games fällt
Die Spannweite ist groß, und nicht alle verstehen dasselbe darunter — deshalb lohnt es sich, vorher konkret zu werden. Häufig fallen darunter:
- Natursekt: der erotische Umgang mit Urin, vom „Anpinkeln (NS)“ bis zum Trinken
- Speichelspiele wie „Anspucken“, die Nähe und Erniedrigung miteinander verbinden
- verbale Erniedrigung, eng verwandt mit „Dirty Talk“ und „Demütigung“
- messy play mit Lebensmitteln, Schaum, Öl oder Schlamm
- in extremeren Spielarten Kaviar (Kot) — ein deutlich engerer, hygienisch heikler Sonderfall, der mit der breiten Masse der Dirty Games wenig zu tun hat
Für die meisten bleibt es bei den milderen Varianten. Der Reiz liegt dabei selten im „Schmutz“ an sich, sondern im Gefühl, gemeinsam eine Grenze zu überschreiten, die sonst tabu ist — und genau das macht es für viele so intensiv.
Worauf es wirklich ankommt
Dirty Games funktionieren nur auf einer klaren Basis. Weil hier mit Ekel, Scham und einem Machtgefälle gespielt wird, ist die saubere Absprache keine Spaßbremse, sondern die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt erregend statt übergriffig wird. „Konsens“ ist nicht verhandelbar: Jede:r benennt vorher, was geht und was nicht, und ein „Safeword“ beendet die Szene sofort, egal wie weit ihr schon seid.
Dazu kommt Hygiene. Urin ist bei gesunden Menschen weitgehend keimarm, aber nicht steril — Hautkontakt ist meist unproblematisch, beim Trinken oder bei offenen Wunden steigt das Infektionsrisiko jedoch deutlich. Kot überträgt dagegen zuverlässig Krankheitserreger und gehört zu den riskantesten Spielarten überhaupt; wer das ausprobieren will, sollte sich vorher gründlich informieren. Plant einen Ort, der sich hinterher leicht reinigen lässt (Dusche, abwaschbare Unterlagen), und nehmt euch Zeit für „Aftercare“ — gerade nach erniedrigenden Spielen brauchen viele danach Nähe und Bestätigung.
Gängige Missverständnisse
Ein verbreiteter Irrtum ist, Dirty Games seien automatisch hart oder gewalttätig. Das stimmt nicht: Vieles davon ist eher Kopf- und Tabuspiel und kann sehr zärtlich ablaufen. Wer es mag, ist auch nicht „kaputt“ oder unhygienisch — solche Vorlieben sagen nichts über Sauberkeit oder Charakter im Alltag aus. Genauso falsch ist die Annahme, das sei nur etwas für die ganz harte Fetisch-Szene; viele Paare bauen einzelne Elemente spielerisch in ihren ansonsten ganz „Vanilla“ geprägten Sex ein. Und schließlich: Lust auf Erniedrigung im Bett bedeutet nicht, dass jemand sich generell klein machen lassen will. Im Spiel gibt die unterwürfige Person die Kontrolle bewusst und freiwillig ab — sie bleibt aber jederzeit diejenige, die das Ganze mit einem einzigen Wort stoppen kann.