Champagner-Glas
Liebesstellung, bei der die liegende Partnerin Becken und Beine anhebt, sodass sich Po und Vulva wie die flache Schale eines Champagnerglases nach oben wölben.
Champagner-Glas bezeichnet eine Sex- und Liebesstellung, bei der die liegende Partnerin Becken und Beine so anhebt, dass sich Po und Vulva nach oben wölben — die Silhouette erinnert an die flache, breite Schale eines klassischen Champagnerglases. Der Ausdruck stammt aus dem deutschsprachigen Erotik-Jargon und meint weniger eine starre Pose als ein Prinzip: den Unterleib einladend nach oben präsentieren, damit Mund, Finger oder Penis bequemen Zugang von oben haben. Die Stellung eignet sich besonders für ausgiebigen Oralverkehr, für Spiele rund um den G-Punkt und für langsamen, bewussten Sex. Sie ist anfängerfreundlich und mit einem Kissen in Sekunden eingerichtet.
Woher der Name kommt
Gemeint ist die klassische Champagnerschale, die sogenannte Coupe — also nicht das hohe, schmale Flötenglas, sondern die breite, flache Trinkschale. Genau diese Form entsteht, wenn jemand auf dem Rücken liegt, die Knie Richtung Brust zieht und das Becken leicht anhebt: Der Po bildet den Fuß des Glases, die geöffnete Hüftpartie die Schale. Aus dieser Bildsprache leitet sich der Name ab.
Hartnäckig hält sich daneben die Anekdote, die Coupe-Schale sei einst der Brust einer berühmten Frau — mal Marie Antoinette, mal Madame de Pompadour, mal Helena von Troja — nachgeformt worden. Historisch belegt ist das nicht; die flache Glasform existierte längst vorher. Für den erotischen Begriff zählt ohnehin nur das Bild: ein Körper, der sich wie ein gefülltes Glas darbietet und zum Genießen einlädt.
Worauf es in der Praxis ankommt
Die Stellung lebt davon, dass das angehobene Becken stabil und entspannt bleibt. Ein festes Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch unter dem Po nimmt der Bauchmuskulatur die Arbeit ab, sodass die Position auch über längere Zeit angenehm bleibt. Der oder die aktive Partner:in kniet oder sitzt davor und hat freie Sicht und freien Zugang — ideal für Oralverkehr, für gezielte Stimulation des G-Punkt oder für sanftes Eindringen aus einem flachen Winkel. Wer den Reiz dehnen und hinauszögern will, kombiniert das gut mit Edging.
- Lege ein Kissen unter den Po, damit das Becken ohne Anstrengung erhöht bleibt.
- Starte langsam und taste dich an Tempo, Druck und Winkel heran — Feedback statt Raten.
- Diese Position öffnet die G-Punkt-Region und kann Squirting begünstigen; eine waschbare Unterlage nimmt den Druck raus.
- Begleite das Ganze mit Blickkontakt oder etwas Dirty Talk, um die Nähe zu halten.
- Wechsle die Beinhaltung (angewinkelt, gestreckt, auf den Schultern), um Reiz und Zugang zu variieren.
Kommunikation, Komfort und Sicherheit
Wie bei jeder Stellung gilt: Sie ist nur so gut wie die Verständigung darüber. Klärt vorher, was sich gut anfühlt, und haltet während des Spiels einen offenen Draht — ein klares Konsens-Verständnis und bei intensiveren Sessions ein Safeword geben beiden Sicherheit. Die angehobene Haltung kann auf Dauer den unteren Rücken oder den Nacken belasten; achtet auf Anzeichen von Verspannung und macht ruhig Pausen oder polstert nach.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, das Champagner-Glas sei eine reine “Unterwerfungs-Pose”. Tatsächlich behält die liegende Person viel Kontrolle: über Beinhaltung, Beckenkippung und Tempo. Sie gibt nichts ab, sondern lädt ein. Nach intensiven Sessions tut etwas Aftercare gut — Kuscheln, etwas trinken, kurz nachspüren. So bleibt aus einer hübschen Bildidee eine Stellung, die sich auch wirklich gut anfühlt.