Praktiken

Briefmarke

Umgangssprachlich-scherzhafte Bezeichnung für Anilingus, also das Belecken des Anus mit der Zunge — benannt nach dem Anfeuchten einer Briefmarke vor dem Aufkleben.

Mit dem Begriff Briefmarke ist im erotischen Sprachgebrauch das Belecken und Liebkosen des Anus mit der Zunge gemeint — die augenzwinkernde Umschreibung für das, was fachlich Anilingus heißt. Der Name spielt darauf an, dass man eine Briefmarke früher mit der Zunge anfeuchtete, bevor man sie aufklebte: Die leckende Zungenbewegung über den Po erinnert daran. Es handelt sich also nicht um eine eigene Praktik mit festen Regeln, sondern um eine verspielte Bezeichnung, die in Pornos, Kontaktanzeigen und im Bett-Slang auftaucht. Wer „Briefmarke lecken“ liest, darf es getrost mit „Po-Lecken“ übersetzen.

Woher der Begriff kommt und was gemeint ist

Die deutsche Umgangssprache liebt Bilder, und gerade rund um Sexualität entstehen viele verhüllende, oft humorvolle Wörter. Die „Briefmarke“ gehört in diese Reihe: Sie macht das Tabuthema Anus sprachlich leichter, indem sie ein harmloses Alltagsbild bemüht. Genau wie beim Anfeuchten einer Marke steht hier die Zunge im Mittelpunkt, die kreisend, leckend oder stupsend den äußeren Schließmuskel und die empfindliche Hautregion drumherum stimuliert.

Inhaltlich deckt sich die Briefmarke vollständig mit dem Anilingus. Diese Region ist dicht mit Nervenenden besetzt, weshalb viele Menschen — unabhängig vom Geschlecht — die Berührung als intensiv und lustvoll empfinden. Manche genießen sie als zärtliche Aufmerksamkeit, andere als Baustein von Hingabe- und Machtspielen. Wichtig ist: Lust ist hier so individuell wie überall sonst, ein „richtig“ oder „falsch“ gibt es nicht.

Worauf es in der Praxis ankommt

So spielerisch der Begriff klingt, so ernst solltest du Hygiene und Gesundheit nehmen. Über den Mund-Anus-Kontakt können Darmbakterien sowie Erreger wie Hepatitis A, Herpesviren oder Magen-Darm-Infekte übertragen werden. Das ist kein Grund zu verzichten, sondern ein Grund, vorbereitet zu sein.

  • Vorher gründlich waschen, bei Bedarf eine Analdusche nutzen.
  • Ein Lecktuch (Dental Dam) als Barriere schützt vor Keimen.
  • Auf Verletzungen, Hämorrhoiden oder akute Infekte achten — im Zweifel pausieren.
  • Niemals von hinten direkt in die Vagina wechseln, um nichts zu verschleppen.
  • Nicht ungewaschen zum Ass to Mouth (ATM) übergehen.

Mindestens so wichtig wie Sauberkeit ist das Reden darüber. Nicht jeder mag diese Praktik, und das ist völlig in Ordnung. Klärt vorab per Konsens, ob beide wirklich Lust darauf haben, vereinbart bei intensiveren Spielen ein Safeword und nehmt euch hinterher Zeit für Aftercare — gerade weil die Briefmarke für viele eine sehr verletzliche, intime Geste ist.

Gängige Missverständnisse

Häufig wird angenommen, die Briefmarke sei „schmutzig“ oder ein reines Unterwerfungsritual. Tatsächlich ist sie zunächst nur eine Form oraler Zärtlichkeit — wie sie gewertet wird, entscheidet allein das Paar. Ebenso falsch ist die Idee, das gehöre automatisch ins harte Repertoire: Viele erleben die Briefmarke als sehr sanften, beinahe vanilligen Moment der Nähe. Und schließlich braucht es keine geheime „Technik“: Tempo, Druck und Rhythmus ergeben sich am besten aus aufmerksamem Hinhören auf die Reaktionen deines Gegenübers.

Verwandte Begriffe
Ist „Briefmarke lecken“ dasselbe wie Anilingus?
Ja. „Briefmarke“ ist nur die umgangssprachlich-scherzhafte Bezeichnung für das, was fachlich Anilingus heißt — das Belecken des Anus mit der Zunge.
Ist die Briefmarke hygienisch unbedenklich?
Mit etwas Vorbereitung gut machbar: vorher waschen, bei Bedarf eine Analdusche, und ein Lecktuch als Barriere senkt das Infektionsrisiko deutlich. Bei akuten Infekten oder Verletzungen lieber pausieren.
Was, wenn nur eine:r von uns das mag?
Dann ist Reden angesagt. Niemand muss diese Praktik mögen — per Konsens klärt ihr, was für beide passt, und niemand sollte sich zu etwas überreden lassen.