Booty Call
Spontane, meist kurzfristig per Nachricht oder Anruf vereinbarte Sex-Verabredung ohne romantische Verpflichtung – primäres Ziel ist gemeinsamer Sex, keine Beziehung.
Ein Booty Call ist eine spontane, kurzfristig vereinbarte Verabredung zu Sex – ganz ohne romantischen Überbau oder die Absicht, daraus eine Beziehung zu machen. Klassischerweise läuft das über eine späte Nachricht oder einen Anruf: „Bist du noch wach?” Beide wissen, worum es geht, nämlich ums Bett und nicht ums gemeinsame Frühstück mit Zukunftsplänen. Ein Booty Call ist damit reine Lust auf Abruf zwischen Menschen, die sich körperlich attraktiv finden und die Sache unkompliziert halten wollen.
Bedeutung und Herkunft
Der Ausdruck kommt aus dem amerikanischen Slang: „booty” ist eine umgangssprachliche Bezeichnung fürs Hinterteil und steht hier sinnbildlich für Sex, „call” für den Anruf, mit dem man sich kurzfristig meldet. Populär wurde der Begriff in den 1990er-Jahren über Musik, Film und Fernsehen und ist längst auch im deutschsprachigen Raum geläufig.
Wichtig ist die Abgrenzung: Ein Booty Call ist nicht dasselbe wie eine Freundschaft Plus oder eine feste offene Beziehung. Er ist meist noch loser, oft unregelmäßig und stark vom Moment getrieben. Wer es einordnen will, kann ihn im Spektrum zwischen dem schnellen Quickie und einem dauerhaften Arrangement verorten – näher an der spontanen Gelegenheit als an einem festen Modell wie der Beziehungsanarchie.
Worauf es in der Praxis ankommt
So locker das Format ist, so klar sollten die Spielregeln sein. Gerade weil keine Beziehung im Raum steht, braucht es Ehrlichkeit darüber, was man voneinander erwartet – und was nicht. Konsens ist auch hier die Grundlage: Ein nächtlicher Anruf ist eine Einladung, kein Anspruch. Ein Nein, ein „heute nicht” oder schlicht keine Antwort sind vollkommen in Ordnung und müssen ohne Druck akzeptiert werden.
Ein paar praktische Punkte, die einen Booty Call entspannt halten:
- Erwartungen früh klären: Geht es wirklich nur um Sex, oder schwingt bei einer Person mehr mit?
- Safer Sex vereinbaren – Kondome, ein Gespräch über STI-Tests und Verhütung gehören dazu, auch bei Spontankontakten.
- Verfügbarkeit respektieren: Niemand muss bei einer Nachricht um zwei Uhr nachts „parat” stehen.
- Diskretion absprechen, wenn das eine Rolle spielt.
- Ehrlich aussteigen, wenn Gefühle ins Spiel kommen oder es einfach nicht mehr passt.
Wer das Ganze als wiederkehrendes Betthäschen-Arrangement pflegt, sollte regelmäßig kurz abgleichen, ob beide noch auf derselben Seite stehen.
Erwartungen, Sicherheit und Missverständnisse
Das häufigste Missverständnis: dass ein Booty Call „gefühllos” oder respektlos sein müsse. Das Gegenteil stimmt – gerade unverbindliche Treffen funktionieren am besten mit Respekt, klarer Kommunikation und einem freundlichen Umgang davor und danach. Auch ohne romantische Bindung kann ein kurzes Aftercare, ein Glas Wasser oder einfach ein nettes Wort zum Abschied den Unterschied machen.
Ein zweites Missverständnis betrifft die Erwartungsfalle: Oft hofft eine Person insgeheim doch auf mehr. Das ist menschlich, sollte aber offen angesprochen statt unterdrückt werden – sonst entstehen Verletzungen. Und schließlich gilt: Ein Booty Call ist kein Gegenmodell zu liebevollem oder „Vanilla”-Sex, sondern nur ein anderes Setting. Wie intensiv, zärtlich oder verspielt es wird, entscheiden die Beteiligten selbst. Wer sicher, ehrlich und einvernehmlich miteinander umgeht, kann genau das daraus machen, was beide wollen.