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Romantik

Gegenhang

Eingeschneit in einer Hütte am Gegenhang, kein Netz, nur das Knistern im Kamin. Nadja trägt einen Wunsch mit sich herum, den sie Ben seit Monaten nicht auszusprechen wagte. In dieser Nacht dreht sie die Rollen — und beide lernen, wie viel Vertrauen in ein einziges Wort passt.

Schnee ohne Netz

Der letzte Balken der Schranke war seit zwei Stunden hinter ihnen, und seit einer Stunde gab es keinen Empfang mehr. Nadja sah es am oberen Bildschirmrand ihres Handys, dieses kleine Wort, das alles veränderte: Kein Netz. Sie legte das Telefon mit dem Display nach unten auf den groben Holztisch und hörte zu, wie der Wind die Hütte umkreiste wie etwas Lebendiges.

„Sie haben für drei Tage Schneefall angesagt”, sagte Ben aus der Küchenecke. Er hatte den Ofen angeschürt, und das erste echte Knistern lief durch die Scheite, ein Geräusch, das den Raum sofort kleiner und wärmer machte. „Wir kommen hier so schnell nicht weg.”

„Ich weiß.” Sie lächelte in ihre Tasse. „Das war der Plan.”

Sie kannte ihn seit sieben Jahren, und sie wusste, wie er stand, wenn er etwas sagen wollte und nicht wusste, wie — das Gewicht auf dem hinteren Fuß, die Schultern eine Spur zu locker, als müsste er sie absichtlich lösen. Sieben Jahre. Lang genug, um die Landkarte des anderen auswendig zu kennen, jeden Pass, jede Senke. Und doch gab es diesen einen weißen Fleck, dieses unkartierte Stück, das Nadja in den letzten Monaten immer öfter vor sich gesehen hatte, abends, wenn er schon schlief und sie noch wach lag mit offenen Augen in der Dunkelheit.

Draußen fiel der Schnee jetzt in dichten, schrägen Bahnen. Die Hütte stand allein am Gegenhang, gegenüber dem Tal, von dem sie gekommen waren, ein Holzkasten mit dicken Wänden und kleinen Fenstern, die das Licht des Ofens nach draußen warfen wie warme Münzen in den Sturm. Niemand würde kommen. Niemand würde sie hören. Es war, dachte Nadja, der sicherste Ort der Welt, um endlich zu sagen, was sie sagen wollte.

Ben kam herüber, stellte zwei Gläser ab und goss aus der Flasche ein, die sie unten im Dorf gekauft hatten, einen dunklen Bergwein, der nach Pflaume und Rauch schmeckte. Er setzte sich neben sie auf die Bank, und der Schenkel an ihrem war warm und vertraut, und für eine Weile sagten sie gar nichts, sahen nur dem Feuer zu.

„Du bist seit dem Parkplatz so still”, sagte er schließlich.

„Ich denke nach.”

„Über?”

Sie drehte das Glas in der Hand. Das war der Moment. Sie hatte ihn sich hundertmal vorgestellt, im Bett, im Auto, unter der Dusche, und jedes Mal war ihr die Stimme weggebrochen. Aber hier gab es kein Netz, keine Tür, durch die man rasch verschwinden konnte, keine Welt außerhalb dieser zwei Räume und des Feuers. Hier konnte man die Wahrheit hinlegen wie eine Karte auf den Tisch und sie gemeinsam ansehen.

„Über etwas, das ich dir schon lange sagen will”, sagte sie. „Und immer feige geworden bin.”

Das Wort, das sie nicht gesagt hatte

Ben drehte sich zu ihr, ganz, mit dem Körper, so wie er es tat, wenn etwas wichtig war. Keine Witze, kein Ausweichen. Nur die ruhige Aufmerksamkeit, die sie an ihm vom ersten Abend an geliebt hatte.

„Dann sag’s”, sagte er leise. „Hier hört uns keiner.”

Nadja atmete den Rauch und die Pflaume ein. „Wir sind gut”, begann sie. „Wir sind im Bett wirklich gut, das weißt du. Aber wir sind auch… ziemlich Vanilla geworden. Ich meine das nicht als Vorwurf. Ich mag, was wir haben. Ich liebe es.” Sie suchte nach den richtigen Worten und beschloss, dass es keine richtigen gab, nur ehrliche. „Aber ich habe eine Fantasie, die ich seit Monaten mit mir herumtrage. Und ich glaube, ich kann sie nicht mehr ungesagt lassen, sonst frisst sie mich auf.”

„Okay.” Er nahm ihre Hand, drehte sie um, fuhr mit dem Daumen über ihr Handgelenk, wo der Puls saß. „Ich höre zu. Wirklich zu.”

„Ich will dich verwöhnen”, sagte sie. „Auf eine Art, die wir noch nie ausprobiert haben. Ich will dich nehmen, Ben. Mit einem Umschnaller. Ich will einmal die sein, die führt.” Sie hielt seinen Blick fest, obwohl es schwer war, obwohl ihr das Herz bis in den Hals schlug. „Es heißt Pegging. Und ich denke daran, seit ich nicht mehr weiß, wann es angefangen hat. Nicht weil ich an dir etwas ändern will. Sondern weil ich sehen will, wie du dich öffnest. Weil mich der Gedanke umbringt, wie das wäre.”

Eine Weile sagte er gar nichts, und der Sturm füllte die Stille, und Nadja zählte die Sekunden und versuchte, in seinem Gesicht zu lesen. Sie sah nicht, was sie befürchtet hatte — kein Zurückzucken, keinen Spott. Sie sah, wie er schluckte. Sie sah, wie sich seine Pupillen weiteten im Feuerlicht.

„Du hast Angst gehabt, mir das zu sagen”, sagte er.

„Ja.”

„Warum?”

„Weil Männer manchmal komisch werden, wenn man so etwas sagt. Als würde es ihnen etwas wegnehmen.” Sie zuckte die Schultern. „Und weil ich nicht riskieren wollte, dass du mich anders ansiehst.”

Ben lachte leise, nicht über sie, sondern auf diese warme Art, die ihr immer das Innerste löste. „Nadja. Du sitzt hier und vertraust mir das Verletzlichste an, was du hast. Wie soll ich dich danach weniger ansehen?” Er nahm ihr Gesicht in beide Hände. „Die ehrliche Antwort? Ich bin nervös. Ich hab das nie gemacht, ich weiß nicht mal, ob mein Körper das… ob das gut wird. Aber der Gedanke, dass du mich so willst — der macht mich seit dem Wort führen völlig fertig. Im besten Sinn.”

Etwas in ihr ließ los, ein Knoten, den sie monatelang getragen hatte. „Wir machen nichts, was du nicht willst”, sagte sie schnell. „Konsens ist alles. Bei jedem Schritt fragst du oder ich, und jeder von uns darf jederzeit Stopp sagen.”

„Dann lass uns ein Wort ausmachen”, sagte er. „So ein richtiges. Damit ich weiß, dass du auch wirklich hältst.”

Sie überlegte, sah aus dem kleinen Fenster auf das Weiß, das alles verschluckte. „Lawine”, sagte sie. „Sagst du Lawine, ist sofort Schluss, ohne Frage, ohne dass irgendwas dadurch kaputtgeht. Und Schnee, wenn du nur eine Pause brauchst, langsamer, kurz Luft holen.” Ein Safeword und eine zweite Stufe — sie hatte darüber gelesen, in den Nächten, in denen sie nicht schlief, und es fühlte sich gut an, es jetzt laut zu sagen, hier, wo die echte Lawine ohnehin draußen am Hang lauerte.

„Lawine”, wiederholte er ernst. „Und Schnee.” Dann, leiser, mit diesem Funkeln: „Soll ich dir was sagen? Ich glaube, ich will dieses Wort heute Nacht gar nicht brauchen.”

Was die Hände wissen

Sie ließen sich Zeit. Das war Nadja wichtig, wichtiger als alles andere — dass nichts überstürzt wurde, dass jeder Schritt eine Einladung war und keine Forderung. Sie zog ihn vom Tisch hoch, vor den Ofen, wo sie aus Decken und den dicken Kissen vom Sofa ein Lager gebaut hatten, und das Feuer warf ihre Schatten lang an die Holzwand.

Sie küsste ihn lange, bevor sie überhaupt an Knöpfe dachte. Sie küsste ihn, bis er weich wurde unter ihren Händen, bis das Nervöse aus seinen Schultern wich und etwas anderes nachrückte, eine Bereitschaft, ein Sich-Fallenlassen, das sie an ihm noch nie so gespürt hatte. Sie schob ihm das Hemd von den Schultern und legte die Lippen an seinen Hals, an die Stelle unterm Ohr, und sie flüsterte, während ihre Hände tiefer wanderten.

„Heute musst du gar nichts machen”, sagte sie an seiner Haut. „Du musst nicht stark sein, nicht der sein, der’s lenkt. Du darfst einfach nur fühlen. Ich kümmere mich um alles.” Das war ihr eigener Dirty Talk, ihre eigene Art davon — keine harten Worte, sondern dieses Versprechen, das ihn von innen heiß machte, das sah sie an seinem Atem, der schneller ging.

„Sag das nochmal”, murmelte er.

„Ich kümmere mich um alles.” Sie drückte ihn sanft auf die Decken, kniete sich über ihn, und das Feuerlicht lief golden über seine Brust. „Du musst nichts. Nur loslassen.”

Sie nahm sich seinen Körper vor, wie man etwas erkundet, das man zu kennen glaubt und doch neu entdeckt. Ihre Lippen über sein Schlüsselbein, ihre Zunge an seinen Brustwarzen, bis er die Luft anhielt, ihre Hand, die zwischen seine Beine glitt und ihn fand, schon hart, schon ungeduldig. Sie nahm ihn in den Mund, langsam, gründlich, und beobachtete dabei sein Gesicht, das Spiel der Schatten darin, das Beben, wenn sie tiefer ging. Sie ließ ihn nicht zu weit kommen. Immer wenn sie spürte, dass er nah war, ließ sie ab, küsste seine Hüften, seinen Bauch, ließ ihn herunterkommen, nur um wieder von vorn zu beginnen. Es war kein Spiel um Macht. Es war ein Geschenk: ihm zu zeigen, wie viel weiter das ging, wenn man nicht zum Ziel hetzte.

„Du bringst mich um”, keuchte er.

„Noch nicht”, sagte sie und lächelte gegen seine Haut. „Noch lange nicht.”

Sie hatte alles vorbereitet, schon zu Hause, in einer kleinen Tasche, von der er nichts gewusst hatte — das Geschirr aus weichen Riemen, das sie schon ein paarmal heimlich anprobiert hatte, allein, vor dem Spiegel, um sich an das fremde Gewicht zu gewöhnen, und das Gleitgel, viel davon. Sie zeigte ihm beides, hielt es ins Feuerlicht, weil sie wollte, dass es nichts Heimliches gab, nichts Überrumpelndes.

„Wir gehen so langsam, wie du brauchst”, sagte sie. „Erst nur meine Hand. Du sagst mir, wie es sich anfühlt. Jeder Schritt nur, wenn du mehr sagst.”

Er sah das Geschirr an, dann sie, und nickte, und in seinem Nicken lag ein Vertrauen, das sie fast überwältigte.

Andersherum

Sie ließ ihn auf dem Bauch liegen, ein Kissen unter den Hüften, das Gesicht zur Seite, damit sie ihn sehen konnte. Sie wärmte das Gel zwischen ihren Händen, weil sie nicht wollte, dass etwas Kaltes diesen Moment unterbrach, und sie begann mit allem anderen zuerst — mit ihren Händen auf seinem Rücken, seinen Pobacken, der langen Linie seiner Wirbelsäule, bis er unter ihrer Berührung schmolz.

„Atme”, sagte sie. „Tief. Und dann lang aus.”

Ihr Finger, nur einer, sehr langsam. Sie fühlte ihn sich anspannen und wartete, redete weiter mit dieser tiefen, ruhigen Stimme, bis die Anspannung wich. „Gut”, flüsterte sie. „So gut machst du das. Lass mich rein. Genau so.” Praise und Dirty Talk waren bei ihr dasselbe geworden, ein einziges warmes Murmeln, das ihn hielt. Sie spürte den Moment, in dem sein Körper aufhörte sich zu wehren, in dem das Fremde zu etwas anderem kippte, und sie hörte es an dem Laut, der ihm entkam, einem Laut, den sie an ihm noch nie gehört hatte, halb Überraschung, halb Lust.

„Oh”, machte er. „Oh — mehr. Bitte.”

„Sag mir, wenn’s zu viel wird.”

„Mehr.”

Sie nahm sich Zeit für jeden Schritt, fügte hinzu, wartete, las seinen Atem wie eine Sprache. Erst als er von allein der Bewegung entgegenkam, als er ihren Namen sagte, mit dieser brüchigen Stimme, legte sie das Geschirr an. Sie kniete hinter ihm, beugte sich über seinen Rücken, küsste seine Schulter, und führte sich langsam, unendlich langsam ein.

„Schnee”, sagte er sofort, und sie hielt inne, augenblicklich, ganz still, eine Hand beruhigend an seiner Hüfte.

„Ich bin hier. Wir haben alle Zeit. Atme.”

Sie blieb, wo sie war, regte sich nicht, bis sein Atem sich beruhigte, bis er selbst, ganz von allein, ein Stück nach hinten kam und damit sagte, was er nicht in Worte fassen musste. „Okay”, flüsterte er dann. „Okay. Weiter. Langsam.”

Und sie bewegte sich. Behutsam erst, in winzigen Wellen, eine Hand zwischen seinen Schulterblättern, die andere, die ihn umfasste, ihn streichelte im selben Rhythmus, sodass alles zusammenfloss zu einem einzigen, langsamen Sog. Sie sah ihn unter sich, diesen Mann, den sie sieben Jahre kannte, vollkommen offen, vollkommen hingegeben, und etwas an dieser Umkehrung — dass sie gab, was sie sonst empfing, dass er nahm, was er sonst gab — riss in ihr eine Tür auf, von der sie nicht gewusst hatte, dass es sie gab. Sie war erregt, mehr als sie erwartet hatte, allein vom Geben, vom Führen, von seinem Vertrauen, das sie wie ein Gewicht und ein Geschenk zugleich auf den Händen trug.

„Du fühlst dich so gut an”, sagte sie an seinem Nacken, und es war wahr, jedes Wort. „Schau dich an. Wie du dich für mich öffnest. Mein Gott, Ben.”

„Sag’s weiter”, keuchte er. „Reden — red weiter, bitte.”

Also redete sie. Sie erzählte ihm, was sie sah, was sie fühlte, wie schön er so war, und mit jedem Wort wurden seine Laute tiefer, dringlicher. Sie griff nach vorn, nahm ihn in die Hand, und führte beide Bewegungen zusammen, ihren Stoß und ihre Faust, langsam noch, dann eine Spur schneller, im Takt seines Atems, der jetzt brach, der zu kurzen, hellen Lauten wurde.

„Ich — ich kann nicht mehr lange —”

„Dann nicht”, sagte sie an seinem Ohr. „Lass los. Ich hab dich. Komm für mich.”

Er kam mit einem Laut, der die ganze Hütte zu füllen schien, den Rücken durchgebogen, eine Hand in den Decken verkrallt, und sie hielt ihn durch jede Welle, hielt still in ihm, ihre Hand führend, bis das Letzte aus ihm herauszitterte und er zusammensank, atemlos, lachend und fast weinend zugleich.

„Oh Gott”, brachte er heraus. „Oh — Nadja.”

Sie zog sich so behutsam zurück, wie sie gekommen war, legte das Geschirr beiseite, und legte sich neben ihn, halb über ihn, das Gesicht an seiner feuchten Schläfe. Er zitterte noch. Sie hielt ihn, bis es nachließ.

Aftercare am Kamin

Das Feuer war heruntergebrannt zu einem tiefen, orangen Glühen, und Ben lag in ihren Armen, schwer und warm und vollkommen entspannt, so entspannt, wie sie ihn selten erlebt hatte. Sie hatte eine Decke über sie beide gezogen und eine Hand in seinem Haar, und sie merkte erst jetzt, dass sie selbst zitterte — nicht vor Kälte, sondern von all dem, was zwischen ihnen gerade passiert war.

„Hey”, sagte sie leise. „Bist du noch da?”

„Mhm.” Er lächelte gegen ihre Brust. „Ich bin… ich weiß gar nicht. Ich bin ganz weit weg und ganz nah zugleich. Ist das normal?”

„Das ist völlig normal.” Sie küsste seine Stirn. Aftercare hieß das, dieses Danach, das Halten, das Reden, das langsame Zurückkommen, und sie hatte gewusst, dass es das war, was am meisten zählte. „Du warst so mutig. Du hast mir so viel vertraut. Wie geht’s dir? Wirklich.”

Er hob den Kopf und sah sie an, und in seinen Augen lag etwas Klares, Offenes. „Ehrlich? Ich hab mich noch nie so… gesehen gefühlt. Du hast keine Sekunde aufgehört, mich zu fragen, mich zu halten.” Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Und du? Geht’s dir gut? Du hast die ganze Zeit nur an mich gedacht.”

„Mir geht’s besser als gut.” Sie lachte leise, und es war wahr. „Ich hab das monatelang mit mir herumgetragen wie ein Geheimnis, von dem ich dachte, es würde irgendwas zwischen uns kaputtmachen. Und stattdessen…” Sie suchte das Wort. „Stattdessen sind wir uns gerade näher als seit Langem.”

Er holte ihr Wasser aus der Küche, weil sie heiser war, und sie tranken aus demselben Glas, im Glühen des Ofens, während draußen der Schnee weiterfiel, lautlos jetzt, dicht und unermüdlich, und die Hütte unter seiner Last leise knarrte.

„Weißt du, was das Verrückte ist?”, sagte Ben, als er sich wieder zu ihr legte. „Wir hatten ein Wort. Lawine. Und ich hab’s einmal fast gesagt, ganz am Anfang. Aber dann hab ich gemerkt — ich hatte gar keine Angst vor dem, was du tust. Ich hatte Angst vor dem Loslassen. Und sobald ich wusste, dass du mich hältst, egal was —” Er zuckte die Schultern. „— da war keine Lawine mehr.”

„Das ist der ganze Sinn von dem Wort”, sagte sie. „Nicht, dass man es braucht. Sondern dass man weiß, dass es da ist.” Sie legte ihre Stirn an seine. „Dann ist man sicher genug, um endlich zu fallen.”

Sie blieben liegen, lange, während das Feuer zu Asche wurde und die Kälte langsam an den Fenstern hochkroch und es ihnen nichts anhaben konnte. Drei Tage Schnee hatten sie angesagt. Drei Tage ohne Netz, ohne Tür nach draußen, ohne eine Welt, die etwas von ihnen wollte. Nadja schloss die Augen und dachte, dass sie noch nie so froh gewesen war, irgendwo eingeschlossen zu sein.

„Erzählst du mir morgen”, murmelte Ben schon im Halbschlaf, „was du sonst noch so mit dir herumträgst?”

Sie lächelte in die Dunkelheit. „Wenn der Schnee so lange hält”, sagte sie, „erzähl ich dir alles.”

Und draußen, am Gegenhang, fiel der Schnee, als hätte er alle Zeit der Welt.

Alle in dieser Geschichte handelnden Personen sind volljährig (18+). Es handelt sich um frei erfundene Fiktion; jede dargestellte Handlung ist einvernehmlich. Keine Darstellung illegaler Handlungen.