Anatomie

Bonusloch

Umgangssprachlicher, frecher Slang-Ausdruck für den After als zusätzliche, penetrierbare Öffnung beim Sex — neben Vagina und Mund.

Bonusloch ist ein umgangssprachlicher, bewusst frecher Ausdruck für den After als zusätzliche Öffnung beim Sex — gemeint ist der Anus in seiner Rolle als penetrierbares, lustvoll erlebbares „Extra” neben Vagina und Mund. Der Begriff stammt aus dem Porno- und Alltags-Slang und taucht vor allem im Dirty Talk oder in lockerer Sprache auf, kaum je in einem medizinischen Zusammenhang. Eine eigene anatomische Struktur beschreibt er nicht: Es geht schlicht um den Po, der beim Sex einbezogen wird. Wie alle Slang-Wörter lebt „Bonusloch” stark vom Kontext — spielerisch und einvernehmlich kann es heiß sein, abwertend gemeint dagegen schnell respektlos.

Bedeutung und Herkunft

Zusammengesetzt aus „Bonus” und „Loch” transportiert das Wort eine anzügliche Idee: Neben den „üblichen” Öffnungen gibt es ein weiteres, das mitgenutzt werden kann. Dieselbe Logik steckt hinter Begriffen wie der 3-Loch-Stute, die auf alle drei Öffnungen anspielt. Der „Bonus”-Gedanke erklärt zugleich, warum manche den Ausdruck als objektifizierend empfinden — er reduziert einen Menschen sprachlich auf eine Funktion.

Wichtig ist deshalb die Haltung dahinter: Im Rahmen von Dirty Talk, bei dem beide Lust an deftiger Sprache haben, ist der Begriff völlig in Ordnung. Außerhalb eines solchen abgesprochenen Spiels wirkt er schnell herabsetzend. Sprache im Bett ist Geschmackssache — was zählt, ist, dass sich alle Beteiligten damit wohlfühlen.

Worauf es in der Praxis ankommt

Anders als die Vagina besitzt der Anus keine eigene Befeuchtung und ist von einem kräftigen Schließmuskel umgeben. Damit Analsex (AV) angenehm statt schmerzhaft wird, braucht es Geduld, Entspannung und vor allem reichlich Gleitmittel. Wer sich langsam herantastet — etwa mit Fingern, einem Analplug oder über sanfte Analdehnung —, gibt dem Körper Zeit, sich zu öffnen.

Ein paar konkrete Punkte, die den Unterschied machen:

  • Reichlich Gleitmittel verwenden und immer wieder nachlegen — die Schleimhaut ist empfindlich.
  • Langsam steigern: erst Finger oder kleiner Plug, dann mehr; bei Schmerz pausieren.
  • Hygiene nach Bedarf: eine Analdusche kann das Wohlgefühl erhöhen, ist aber kein Muss.
  • Niemals direkt vom Anus in Vagina oder Mund wechseln, ohne vorher zu reinigen oder das Kondom zu tauschen.
  • Laufend kommunizieren: Tempo, Tiefe und Lust immer wieder abstimmen.

Sicherheit, Konsens und Missverständnisse

Analsex gehört zu den Praktiken, bei denen Einvernehmlichkeit und Safer Sex besonders zählen. Die dünne Analschleimhaut verletzt leichter als anderes Gewebe, wodurch das Infektionsrisiko steigt — Kondome schützen hier doppelt, vor Krankheiten und vor Keimen. Klärt vorher, was gewollt ist, und haltet euch an den vereinbarten Konsens; ein abgesprochenes Stoppwort gibt zusätzliche Sicherheit.

Mit zwei Mythen lässt sich aufräumen: Erstens muss Analsex bei guter Vorbereitung nicht wehtun — Schmerz ist ein Signal zum Innehalten, nicht der Normalzustand. Zweitens ist das „Bonusloch” nicht an eine Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung gebunden. Der Anus ist reich an Nervenenden, bei Männern lässt sich zusätzlich die Prostata stimulieren — Lust daran kann grundsätzlich jeder Mensch empfinden. Entscheidend bleibt, dass alle Beteiligten es wirklich wollen und sich dabei sicher fühlen.

Verwandte Begriffe
Ist „Bonusloch" ein abwertender Begriff?
Das hängt vom Kontext ab. Im einvernehmlichen Dirty Talk, bei dem beide Lust an deftiger Sprache haben, ist er völlig okay. Außerhalb eines solchen Spiels kann er schnell objektifizierend und respektlos wirken.
Tut Analsex zwangsläufig weh?
Nein. Mit Geduld, Entspannung und reichlich Gleitmittel ist Analsex für viele angenehm. Schmerz ist ein Warnsignal zum Innehalten, nicht der Normalzustand.
Brauche ich vorher eine Analdusche?
Kein Muss. Eine Analdusche kann das subjektive Wohlgefühl erhöhen, ist aber keine Voraussetzung. Wichtiger sind Gleitmittel, ein langsames Tempo und gute Kommunikation.