Feedee
Ein Feedee ist eine Person, die es erregend findet, im Rahmen des Feederism gefüttert zu werden und dabei einvernehmlich an Gewicht zuzunehmen oder sich prall gesättigt zu fühlen.
Feedee bezeichnet im Kontext des sogenannten Feederism eine Person, die es genießt, gefüttert zu werden und dabei bewusst an Gewicht zuzunehmen oder sich üppig, prall und satt zu fühlen. Das Gegenstück ist der Feeder, also die fütternde, versorgende Person. Für viele Feedees liegt der eigentliche Reiz nicht im Essen selbst, sondern in der Mischung aus Hingabe, Kontrollabgabe, Verwöhntwerden und der Aufmerksamkeit, die dem eigenen Körper geschenkt wird. Wie bei jedem Fetisch gilt: Was zwischen erwachsenen, einwilligenden Menschen geschieht und offen kommuniziert ist, ist eine legitime Spielart von Sexualität und nichts, wofür man sich schämen müsste.
Bedeutung und Herkunft
Der Begriff stammt aus dem Englischen (to feed = füttern) und verbreitete sich ab den 1990er-Jahren über frühe Online-Communities. Feederism beschreibt ein ganzes Spektrum: Es reicht von reiner Erotik rund ums Essen und das Gefühl des prallen Sattseins (im Szene-Jargon oft »Stuffing«) bis hin zum langfristigen, ernst gemeinten Wunsch nach echter Gewichtszunahme. Der Feedee steht dabei stets im Mittelpunkt: genährt, umsorgt, bewundert. Für die einen bleibt das reine Fantasie oder ein Rollenspiel im Bett, für die anderen ist es gelebte Beziehungsrealität über Jahre.
Psychologisch berührt Feederism häufig Themen wie Fürsorge, Geborgenheit, Kontrolle und Körperakzeptanz. Die Dynamik zwischen Feeder und Feedee kann ein deutliches Machtgefälle enthalten und überschneidet sich für manche Menschen mit BDSM, zwingend ist das aber nicht. Genauso gut kann Feeding zärtlich, fürsorglich und völlig ohne Dominanzspiel ablaufen.
Worauf es in der Praxis ankommt
Wie überall steht Konsens an erster Stelle. Weil es hier um den eigenen Körper und um die eigene Gesundheit geht, ist offene Kommunikation noch wichtiger als bei anderen Vorlieben. Redet vorab darüber, ob es um Fantasie oder um echte Veränderung geht, wo die Grenzen liegen und wie ihr merkt, dass eine Grenze erreicht ist. Ein bisschen Dirty Talk und liebevolles Verwöhnen gehören für viele dazu, ersetzen aber keine klare Absprache.
- Ziele klären: reines Rollenspiel und Sattgefühl oder tatsächliche Gewichtszunahme?
- Ein Safeword vereinbaren, mit dem der Feedee jederzeit stoppen kann.
- Aftercare einplanen: Nähe, Wasser, ein Gespräch danach.
- Gesundheit im Blick behalten und ärztliche Vorsorge nicht vernachlässigen.
- Nur mit einwilligenden Erwachsenen, niemals unter Druck oder Manipulation.
Sicherheit, Recht und Missverständnisse
Ein Punkt lässt sich nicht wegdiskutieren: Deutliche Gewichtszunahme bringt reale gesundheitliche Risiken mit sich, etwa für Herz-Kreislauf-System, Gelenke und Stoffwechsel. Sexpositiv zu sein bedeutet nicht, das zu verharmlosen. Verantwortungsvolle Feedees und Feeder behalten die körperliche Realität im Blick, gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und verstehen Zunahme als etwas, das man bewusst dosiert und jederzeit wieder verlangsamen darf.
Ein häufiges Missverständnis: Feederism ist nicht automatisch eine Essstörung. Es kann sich damit überschneiden, deshalb lohnt sich Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, denn wenn Essen zum Zwang wird oder Leidensdruck entsteht, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Ebenso falsch ist die Annahme, ein Feedee sei willenlos: Auch wer sich fallen lässt, behält die Kontrolle über die eigenen Grenzen. Für Außenstehende mag das ungewöhnlich wirken, doch entscheidend ist dasselbe wie bei jeder Sexualität, nämlich gegenseitiges Einverständnis, Respekt und der Wille aller Beteiligten.