Fetische

Exkremente

Das lustvolle, einvernehmliche Einbeziehen von Kot in sexuelle Handlungen; fachsprachlich Koprophilie, in der Szene meist „Scat“ oder „Kaviar“ genannt.

Exkremente bezeichnen im sexuellen Zusammenhang das bewusste und lustvolle Einbeziehen von Kot in erotische Handlungen. Fachsprachlich heißt diese Neigung Koprophilie, in der Szene läuft sie meist unter den Begriffen „Scat“ oder „Kaviar“. Gemeint ist ein breites Spektrum: vom bloßen Zusehen und Beschmieren über das Ausscheiden auf den Körper des Gegenübers bis zu selteneren, intensiveren Formen. Für die einen ist das ein unüberwindbares Tabu, für die anderen ein tief erregender Reiz. Klar ist von Anfang an: Es geht hier ausschließlich um erwachsene Menschen, die sich freiwillig und bei vollem Bewusstsein dafür entscheiden.

Bedeutung und Einordnung

Die Faszination speist sich selten aus dem Kot an sich, sondern aus dem, wofür er steht. Kot ist in unserer Kultur das Ekelobjekt schlechthin, und genau dieser radikale Tabubruch macht für viele den Reiz aus: das Überschreiten einer der letzten großen Schamgrenzen, verbunden mit Gefühlen von Hingabe, Kontrollverlust oder auch Erniedrigung. Damit ist das Thema eng verwandt mit anderen Ekelspiele und findet häufig im Rahmen von BDSM statt, wo Machtgefälle und Demütigung ohnehin bewusst inszeniert werden.

Als Neigung zählt Koprophilie zu den Paraphilien und wird als Fetisch eingeordnet. Wichtig zur Entstigmatisierung: Solange sie einvernehmlich ausgelebt wird, niemandem schadet und keinen Leidensdruck erzeugt, ist sie keine behandlungsbedürftige Störung, sondern schlicht eine sexuelle Vorliebe. Verwandte Grenzpraktiken wie der sogenannte Dirty Sanchez spielen mit demselben Tabu, sind aber eigene Nummern.

Worauf es in der Praxis ankommt

Der entscheidende Punkt bei Exkrementen ist Hygiene, und zwar ohne Beschönigung. Kot enthält Bakterien (etwa E. coli), Parasiten und Viren (unter anderem Hepatitis A). Ins Auge, in den Mund, auf Schleimhäute oder in offene Wunden gelangt, ist das ein reales Infektionsrisiko und keine Bagatelle. Wer das Spiel dennoch ausprobieren möchte, sollte es informiert und vorbereitet tun:

  • Barrieren nutzen: Handschuhe, Unterlagen, kein Kontakt mit Augen, Mund oder verletzter Haut.
  • Zur Vorbereitung eignen sich Analdusche oder ein Einlauf, das reduziert Reste und Geruch.
  • Danach gründlich mit Seife waschen und alle Flächen desinfizieren.
  • Über einen aktuellen Impfschutz (Hepatitis A und B) nachdenken.
  • Verschmutztes Material und Textilien konsequent und getrennt entsorgen bzw. heiß waschen.

Wer diese Regeln ernst nimmt, senkt das Risiko deutlich, ausschließen lässt es sich nie ganz.

Konsens, Kommunikation und Missverständnisse

Wie bei jeder intensiven Spielart steht und fällt alles mit Konsens. Sprich vorher offen über Wünsche, harte Grenzen und ein klares Safeword, mit dem jede Seite sofort stoppen kann. Weil solche Sessions emotional aufwühlend sein können, gehört anschließend Aftercare dazu: Nähe, Wärme, ein ehrliches Gespräch darüber, wie es sich angefühlt hat.

Ein verbreitetes Missverständnis: Wer auf Exkremente steht, sei „krank“ oder gefährlich. Das ist falsch, es handelt sich um eine Neigung, nicht um eine Diagnose. Ebenso muss niemand „alles“ mitmachen, um offen zu sein. Nicht auf Kot zu stehen, ist genauso legitim wie eine Vorliebe für reinen Vanilla-Sex. Und: Exkremente sind nicht dasselbe wie Natursekt, auch wenn beides oft in einem Atemzug genannt wird.

Verwandte Begriffe
Ist das Spiel mit Exkrementen gefährlich?
Es birgt echte gesundheitliche Risiken, da Kot Bakterien, Parasiten und Viren enthält. Mit Barrieren wie Handschuhen, gründlicher Hygiene, Vorbereitung durch eine Analdusche und einem guten Impfschutz lässt sich das Risiko senken, aber nicht völlig ausschließen.
Ist Koprophilie eine psychische Störung?
Nein. Solange die Neigung einvernehmlich ausgelebt wird, niemandem schadet und keinen Leidensdruck verursacht, gilt sie als sexuelle Vorliebe und nicht als behandlungsbedürftige Störung.
Wie spreche ich diesen Wunsch bei meinem Gegenüber an?
Am besten offen, ehrlich und ohne Druck außerhalb der Schlafzimmersituation. Kläre Grenzen und ein Safeword, fang klein an und plant bewusst Aftercare ein, damit sich beide sicher fühlen.